Für kleine Spesen viel gewesen

Den kompletten Januar ging es auf der Bühne des Gemeindesaals in Lendsiedel richtig rund. Die alljährlich stattfindenden und in der Umgebung sehr beliebten Winterfeiern der Liedertafel Lendsiedel standen an. Alle sechs Veranstaltungen waren wieder einmal restlos ausverkauft. Anders als der Titel des diesjährigen Theaterstücks nach Bernd Gombold, „Außer Spesen nichts gewesen“, vermuten lässt, war für die bunte Zuschauerschar sehr viel geboten.

Den Auftakt jeder Feier machte der gemischte Chor „Chorwurm“ unter der Leitung von Rebekka Böck, der nach einer herzlichen Begrüßung durch den Vereinsvorsitzenden, Herbert Krätzer, drei Lieder zum Besten gab. Die schwungvoll vorgetragenen Stücke „Rote Lippen soll man küssen“ und „Stand by me“ wurden anschließend durch eine moderne Interpretation des Popsongs „Lila Wolken“ getoppt. Hervorragend musikalisch begleitet wurde der Chor dabei von Julia Schmehl (Piano und Geige) und Adam Cloer (Gitarre und Percussion). 

Rhythmisches Mitklatschen, Mitsingen und schließlich der Beifall zeigten, dass der Funke zum Publikum übergesprungen war. Durchaus erfreulich und erwähnenswert sei noch, dass seit den letzten Winterfeiern der Chor einen deutlichen Zuwachs von drei jungen Damen- und drei kräftigen Männerstimmen erhielt, was sich auch auf der Bühne platztechnisch bemerkbar machte.

Anschließend durften sich die Zuschauer über ein herrlich inszeniertes Schauspiel der Theatergruppe der Liedertafel freuen. Die bereits seit Jahren aufeinander eingespielte Theatercrew beanspruchte wieder fleißig die Lachmuskeln der Besucher.

Elisabeth (gespielt von Melanie Kellermann) plant eine Kur, ihre Tochter Sabrina (Conny Klenk) eine abenteuerliche Rucksackreise, ihr Schwiegervater (Herbert Krätzer) muss angeblich auf Seniorenwallfahrt und ihr Gatte Gottfried (Denny Grasmüller) zur Fortbildung. Doch kaum sind die Koffer gepackt, bleiben alle aus ganz eigenen Gründen zuhause, was zwangsläufig zu viel Chaos führt. Vater Gottfried will nämlich heimlich die „sturmfreie Bude“ mit der charmanten, aber zweifelhaften Natascha (Laura Kraft) genießen, während Opa mit seinem Kumpel Max (Stefan Franz) über die Stränge schlagen will. Alle spinnen wilde Geschichten und Ausreden, um ihre kleinen Geheimnisse voreinander zu verbergen. Der ständig klingelnde Paketbote Martin (Thomas Franz) mit ziemlich kompromittierenden Lieferungen, Elisabeths anstrengende Mutter Frida (Diana Hackner), die aufdringliche Nachbarin Henneliese (Caren Franz) sowie der Betrüger Yogi (Frank Kreißl), der sich als Wunderheiler ausgibt, tragen nicht minder zum Durcheinander bei. Am Ende werden alle Betrüger entlarvt, die Lügen fliegen auf — und Tochter Sabrina verpasst ihren Eltern eine heilsame Lebenslektion, während sie selbst mit dem charmanten Paketboten glücklich davonzieht.

Das engagierte und talentierte Ensemble spielte sich wieder einmal mit viel Witz und Selbstironie gekonnt in die Herzen der Zuschauer, sodass Thorsten Meyer in seinem Souffleurkasten kaum ins Schwitzen kam. Das Publikum lachte herzhaft und zollte viel Applaus. Zum 20-jährigen Bühnenjubiläum wurde unserem Vollblutschauspieler und Spaßmacher Frank Kreißl gratuliert.

Am Ende jeder Feier sorgte noch die altbewährte Mitternachtsverlosung, ein reger Barbetrieb sowie Tanzmusik von Alleinunterhalter Uwe Schörg, des DJ-Duos Amücero oder DJ David für beste Unterhaltung.

Die Liedertafel möchte sich an dieser Stelle ganz herzlich bei der Freiwilligen Feuerwehr Lendsiedel sowie der TSG Kirchberg für die Bewirtung von drei der sechs Feiern bedanken. Ohne deren Unterstützung wäre eine solche Veranstaltungsreihe nur schwer realisierbar.

Zudem ergeht an alle Besucher ein herzlicher Dank für das entgegengebrachte Interesse und die großzügigen Spenden, die bei der Auftaktveranstaltung anstatt eines Eintrittsgelds eingenommen und zur Anschaffung neuer Sitzpolster für den Gemeindesaal genutzt wurden.

Dankbar blickt die Liedertafel auf vier wunderbare Wochen voller Gesang und Theaterspiel zurück und freut sich schon heute darauf, wenn es im Januar 2027 wieder heißt: „Vorhang auf!“.